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Tongji Aktuell

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Professoren aus der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit der Tongji-Universität bei der Eröffnung der 26. China International Industry Fair

Datum:16-10-2026

Am 12. Oktober wurde die 26. China International Industry Fair (CIIF 2026) unter dem Motto „Intelligente Wirtschaft, grenzenlose intelligente Fertigung“ im Nationalen Ausstellungs- und Kongresszentrum Shanghai feierlich eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier nahmen mehrere Kooperationsprofessoren der Chinesisch-Deutschen Hochschule (CDH) der Tongji-Universität als bedeutende Gäste an einem hochrangigen interdisziplinären Dialog teil. Dabei diskutierten sie über die wissenschaftlichen Grundlagen und die technologischen Paradigmen der neuen qualitativ hochwertigen Produktivkräfte, den globalen Wandel der Industrie sowie den Bildungsauftrag der Hochschulen bei der Förderung von Nachwuchstalenten.

Als abschließender Höhepunkt der Eröffnungsfeier fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Globale industrielle Transformation und der Auftrag der Talentförderung im Zeitalter neuer qualitativ hochwertiger Produktivkräfte“ statt. Moderiert wurde die Diskussion von Professor Lou Yongqi, Präsident der Shanghai University of Engineering Science und führender Wissenschaftler im Bereich Design an der Tongji-Universität.

In der Diskussion stellte Lou Yongqi den Menschen in den Mittelpunkt. Seiner Ansicht nach ist der Mensch die wichtigste lokale Ressource im globalen industriellen Wandel. Ausgehend von den Perspektiven Design, Kreativität und Innovationsbildung verband er die Standpunkte chinesischer, deutscher und britischer Wissenschaftler miteinander und lenkte die Diskussion von technologischen und industriellen Fragen hin zu Bildung und Talentförderung.

Herr Otto Heinrich Herzog, Professor an der Tongji-Universität, ausländisches Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, erläuterte, dass sich die Entwicklung der künstlichen Intelligenz seit Langem entlang zweier Ansätze vollziehe. Der erste beruhe auf symbolischer Logik und formalisiertem Wissen und sei vergleichsweise geschlossen. Der zweite stütze sich auf offene, neuronale Netzwerkmodelle und verfüge über größere Leistungsfähigkeit. Seiner Ansicht nach müssten beide Ansätze miteinander verbunden werden. Nur wenn sowohl statisches Wissen als auch Daten aus dem fallbasierten Lernen gemeinsam für das Modelltraining genutzt würden, ließen sich sogenannte „Halluzinationen von Maschinen“ vermeiden.

Ömer Sahin Ganiyusufoglu, Berater des Qingdao International Academicians Park sowie Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Internationalen Akademie für Produktionstechnik (CIRP), erklärte, dass er seit 20 Jahren in China lebe. Die „neuen qualitativ hochwertigen Produktivkräfte“ bedeuteten für ihn, traditionelle Produktionsweisen zu modernisieren und durch Produktionsformen mit höherer Qualität und Effizienz zu ersetzen. Dies sei ein Signal, das China an die Welt sende.

Gerhard Rigoll, Professor an der School of Computation, Information and Technology der Technischen Universität München, Leiter des Instituts für Mensch-Maschine-Kommunikation sowie Fellow des IEEE und der Asia-Pacific Artificial Intelligence Association, vertrat die Ansicht, dass sich die Mensch-Computer-Interaktion zunehmend von passiven Frage-Antwort-Systemen hin zu proaktiven Interaktionsformen entwickle, wie sie insbesondere durch große Sprachmodelle ermöglicht würden. Viele Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz entstünden in der Industrie. Die akademische Welt müsse deshalb den fach- und sektorübergreifenden Austausch aktiver fördern.

Günther Meschke, Vizepräsident der Ruhr-Universität Bochum, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, ausländisches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, wies darauf hin, dass die durchgängige Digitalisierung sämtlicher Phasen technischer Entwicklungs- und Produktionsprozesse voranschreite. Künftig könnten spezialisierte KI-Agenten für Entwurf, Verifikation und Prozessgestaltung die jeweiligen Design- und Entwicklungsabläufe unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Förderung von Nachwuchstalenten.

Professor Yang Guangzhong, Gründungsdirektor des Instituts für Medizinrobotik der Shanghai Jiaotong University und Leiter des Shanghai Key Laboratory for Flexible Medical Robotics, betonte, dass Medizinrobotik im Kern eine Frage des Industriedesigns sei. Um die Entwicklung dieses Bereichs voranzubringen, müssten disziplinäre Grenzen überwunden werden. Entscheidend für die Ausbildung von Nachwuchskräften an Hochschulen sei dabei das zugrunde liegende Bildungskonzept. Größeres Gewicht müsse auf problemorientierte Forschung gelegt werden.

Günther Meschke stellte darüber hinaus die Kooperationsnetzwerke vor, die sich in Deutschland zwischen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Unternehmen entwickelt haben. Er betonte, dass die Fähigkeit der Studierenden, praktische Probleme zu erkennen und Lösungen zu entwickeln, bei ihrer Ausbildung gezielt gestärkt werden müsse.

Mit Blick auf die Zukunft unterstrich Otto Heinrich Herzog die zentrale Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit. China und Europa könnten viel voneinander lernen. Daher sollten der wissenschaftliche Austausch zwischen Forschenden intensiviert, weitere gemeinsame Forschungsprojekte auf den Weg gebracht und der Studierendenaustausch frühzeitig gefördert werden.