Vom 24. August bis zum 6. September fand die dritte internationale Polarsommerschule für Studierende zum Thema „Klimawandel und globale Governance“ statt. Die von der Graduiertenschule, der Nationalen Hochschule für herausragende Ingenieurinnen und Ingenieure und dem International Office der Tongji-Universität gemeinsam organisierte Sommerschule führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Studien- und Forschungsaufenthalten nach Grönland und Island. 20 Bachelor-, Master- und Promotionsstudierende aus mehr als zehn Fachgebieten führten zu Themen wie Polarekosysteme, Bauen, Verkehr, Gesundheit, Meere und Politik Feldbeobachtungen, Gruppenuntersuchungen und wissenschaftlichen Austausch durch.

Grönland
In Ilulissat auf Grönland führten die Lehrenden und Studierenden Felduntersuchungen zur Gletscherumwelt und zum Leben in den Polarregionen durch. Die verschiedenen Forschungsgruppen unternahmen entlang des Ilulissat-Eisfjords Wanderungen und Beobachtungen an festgelegten Messpunkten, dokumentierten die Landschaftsformen am Eisrand und Spuren des Gletscherrückgangs und sammelten hydrologische Proben und ökologische Daten entlang der Küste. Am 27. August untersuchte die Gruppe den Eisfjord per Boot, beobachtete dabei den Zustand des Meereises entlang der Fahrtroute und entnahm Proben des Oberflächenwassers, um Material für die weitere Forschung zu sammeln.

Bei Untersuchungen in Städten und Gemeinden befassten sich die Studierenden entsprechend ihren jeweiligen Fachrichtungen mit der lokalen Architektur, Infrastruktur und räumlichen Struktur. Sie analysierten die Anpassung des Systems des Lebensraums in den Polarregionen an die Versorgungsketten und informierten sich durch Besuche in den Gemeinden über die Lebenspraktiken der lokalen Bevölkerung im Umgang mit dem Klimawandel.

Island
In Island wurden gemeinsame Exkursionen mit Untersuchungen in getrennten Gruppen kombiniert. Lehrende und Studierende besuchten gemeinsam Geothermie- und Wasserkraftanlagen, den Langjökull, den Golden Circle und den Þingvellir-Nationalpark. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Nutzung erneuerbarer Energien sowie auf Gletschern und der geologischen Umwelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit den Zusammenhängen zwischen natürlichen Bedingungen, Ingenieurbau und Ressourcennutzung.


Anschließend teilte sich die Gruppe in zwei Arbeitsgruppen A und B, für thematische Untersuchungen auf. Gruppe A konzentrierte sich auf Akureyri und den Norden Islands. Die Chinesisch-Isländische Arktis-Forschungsstation diente dabei als wichtiger Studienort. Die Forschungsstation wurde gemeinsam vom Polar Research Institute of China und dem Icelandic Research Centre aufgebaut und ist eine wichtige Plattform Chinas für wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit in der Arktis. Sie unterstützt interdisziplinäre Beobachtungen und Forschungen zu Polarlichtern und Weltraumwetter, Atmosphärenwissenschaften, Glaziologie, Klimawandel und Umweltwissenschaften.


Gruppe B konzentrierte sich auf Reykjavík, den Süden Islands und die Vestmannaeyjar. Die Lehrenden und Studierenden der Gruppe besuchten zunächst die Botschaft der Volksrepublik China in der Republik Island und tauschten sich mit dem chinesischen Botschafter in Island, He Rulong, aus. Ausgehend von den Zielen der Polarexpedition und den Beobachtungen entlang der Reise diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Botschafter He über interdisziplinäre Forschung, internationalen Austausch sowie die Beteiligung junger Studierender an Themen der Arktis.

Anschließend besuchte die Gruppe das nationale isländische Elektrizitätsunternehmen, die Háskóli Íslands, Geothermieanlagen und lokale Gemeinden. Dabei untersuchte sie die Nutzung von Energie, die Entwicklung von Gemeinden und vulkanische Landschaften. Darüber hinaus führte die Exkursion entlang des Vatnajökull, der Gletscherlagune Jökulsárlón und des Gletschergürtels an der Südküste.



Am 2. September Ortszeit besuchten die Lehrenden und Studierenden der Gruppe A, die in den Norden Islands gereist waren, die Háskólinn á Akureyri. Die Rektorin der Universität, Áslaug Ásgeirsdóttir, nahm an den entsprechenden Veranstaltungen teil.
Während des Besuchs fand eine Unterzeichnungszeremonie für ein Kooperationsmemorandum zwischen den beiden Universitäten statt. Die Delegationen tauschten das von Yang Jinlong, Präsident der Tongji-Universität, und Áslaug Ásgeirsdóttir, Rektorin der Háskólinn á Akureyri, unterzeichnete Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit aus. Beide Seiten werden auf Grundlage der Polarsommerschule Kooperationsmöglichkeiten in Bereichen wie dem Austausch von Lehrenden und Studierenden, kurzfristigen Studienaufenthalten von Studierenden, gemeinsamer Forschung und wissenschaftlichen Konferenzen ausloten. Zudem wollen sie aktiv die gemeinsame Beantragung entsprechender Forschungsfördermittel prüfen und die kontinuierliche Zusammenarbeit in der Polarforschung und bei der Ausbildung entsprechender Fachkräfte vorantreiben.


Seit ihrer Einführung im Jahr 2024 wurde die Polarsommerschule „Klimawandel und globale Governance“ der Tongji-Universität bereits zum dritten Mal durchgeführt. Sie erforscht kontinuierlich ein Ausbildungsmodell, das interdisziplinäre Forschung, internationalen Austausch und praxisorientierte Ausbildung miteinander verbindet.