• English
  • Chinese

Tongji Aktuell

您的位置: Startseite > Aktuelles > Tongji Aktuell > 正文

Besuch von Uwe Koch, Wissenschafts- und Bildungskonsul des Generalkonsulats in Shanghai

Datum:28-05-2026

Am 26. Mai 2026 besuchte Herr Uwe Koch, Wissenschafts- und Bildungskonsul des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, gemeinsam mit Frau Zeng Hongping, Vertreterin der Wissenschafts- und Bildungsabteilung, die Medizinische Fakultät der Tongji-Universität sowie das im Aufbau befindliche angegliederte Tianyou-Krankenhaus. Die Besuchsgruppe wurde von Zheng Jialin, Dekan der Medizinischen Fakultät, Zhuo Liqiang, Vorsitzender von Lansheng Brain Science, sowie weiteren Verantwortlichen der beteiligten Abteilungen begleitet. Im Anschluss an die Besichtigung fand ein fachlicher Austausch statt.

Zuerst besichtigte die Delegation die AI-gestützte Sprechstunde für Hirnerkrankungen und beobachtete den praktischen Einsatz der künstlichen Intelligenz in der Diagnostik. Sobald ein simulierter Patient seine gesundheitlichen Beschwerden geschildert hatte, erkannte das System binnen Sekunden alle relevanten Symptomschlüsselwörter und erstellte automatisch eine strukturierte Krankenakte sowie fundierte Diagnosevorschläge. „Diese Technologie beschleunigt nicht nur den Behandlungsablauf, sie verändert die gesamte diagnostische und therapeutische Arbeitsweise grundlegend“, erläuterte Wang Qiang, geschäftsführender Direktor des Tianyou-Krankenhauses. Das Krankenhaus habe einen durchgängigen intelligenten Versorgungskreislauf aufgebaut – von der Prävention über Diagnose und Therapie bis hin zur medizinischen Rehabilitation.

In den intelligenten Patientenzimmern kommt ein vollständig digitalisiertes Pflegesystem zum Einsatz. Auf zentralen Bildschirmen werden Vitalwerte, der aktuelle Medikationsstatus sowie die Pflegeklasse jedes Patienten in Echtzeit angezeigt. Die Pflegekräfte vor Ort nutzen mobile Arbeitsgeräte, um ärztliche Anweisungen direkt umzusetzen und zu dokumentieren. Alle Daten werden dabei automatisch synchronisiert – auf diese Weise wird die medizinische Behandlungs- und Versorgungssicherheit durch digitale Lösungen nachhaltig gestärkt.


Im Zentrum für gehirncomputergesteuerte intelligente Rehabilitation mittels Gehirn-Computer-Schnittstelle erhalten Patienten mit querschnittbedingter Unterleibslähmung die Möglichkeit, allein durch ihre Gedankenbewegung ein mechanisches Exoskelett zu steuern. Mit dem Willen „zu gehen“ können sie langsam aufstehen und erste Schritte machen. Wang Binghui, stellvertretender Leiter der Abteilung für Rehabilitationsmedizin, stellte den Gästen detailliert die technischen Anwendungen und klinischen Praxisergebnisse des Hauses im Bereich der intelligenten Hirnrehabilitation vor.

Bei dem anschließenden Gespräch erläuterten die teilnehmenden Verantwortlichen und Experten die aktuelle Entwicklung und den Ausbau der Medizinischen Fakultät der Tongji-Universität, von Lansheng Brain Science sowie des im Aufbau befindlichen Tianyou-Krankenhauses. Zu den Vortragenden gehörten Shen Huixia, Leiterin des Büros für Internationale Bildung und Zusammenarbeit der Medizinischen Fakultät, Liu Yiyong, Geschäftsführer von Lansheng Brain Science, sowie Wang Qiang, geschäftsführender Direktor des Tianyou-Krankenhauses. Alle Beteiligten äußerten den Wunsch, die deutsch-chinesische Zusammenarbeit im medizinischen Bereich weiter auszubauen.

Zhuo Liqiang, Unternehmensvorsitzender von Lansheng Brain Science, erklärte, dass das Unternehmen als führender Anbieter neurologischer Kettenmedizin in China und zentraler Gesundheitsbereich der New Hope Group konsequent seine Strategie einer spezialisierten, vernetzten Neurologieversorgung verfolge. Anfang 2021 stellte die New Hope Group eine Spende von 100 Millionen Yuan zur Verfügung, um an der Tongji-Universität einen Entwicklungsfonds für Neurowissenschaften einzurichten. Dieser Fonds fördert gezielt den Aufbau eines deutsch-chinesischen Zentrums für klinische Forschung und translationsmedizinische Entwicklung im Bereich der Hirnforschung. Gestützt auf die starke Forschungsleistung der Tongji-Universität hat Lansheng Brain Science ein eigenes KI-Diagnosesystem für insgesamt 36 neurologische Krankheitsbilder entwickelt. Zukünftig plant das Unternehmen gemeinsam mit der Tongji-Universität die Gründung eines Innovationszentrums für Neurowissenschaften und künstliche Intelligenz, um ein bundesweit beispielhaftes Modell für die Vernetzung von Forschung, Entwicklung und praktischer Anwendung zu schaffen.



Dekan Zheng Jialin blickte auf die langjährige hundertjährige Zusammenarbeit der Tongji-Medizin mit deutschen Einrichtungen zurück. „Die Kooperation mit Deutschland ist ein zentrales Fundament unserer Fakultät – sie ist nicht nur historisches Erbe, sondern auch strategische Grundlage unserer heutigen und zukünftigen Entwicklung“, betonte er. Die Medizinische Fakultät konzentriere sich auf mehrere zentrale Forschungsfelder, wobei die Neurowissenschaften sowohl ein hausinterner Schwerpunkt als auch ein national priorisierter Forschungsbereich seien. Dank der Ressourcen zahlreicher angegliederter Krankenhäuser könne die Fakultät herausragende Ergebnisse in der Diagnostik und Therapie komplexer neurologischer Erkrankungen sowie im intelligenten KI-gestützten Gesundheitswesen vorweisen. Viele Forschungsergebnisse wurden in internationalen Top-Fachzeitschriften veröffentlicht. Mit intelligenten medizinischen Lösungen begegne man aktuellen Herausforderungen wie der demografischen Alterung und dem Mangel an medizinischen Fachkräften.

Konsul Uwe Koch zeigte sich tief beeindruckt von den vielfältigen intelligenten medizinischen Anwendungen vor Ort und der hohen Forschungsqualität der Tongji-Universität. Er verfolgte bereits die Ergebnisse des ersten internationalen Forums für Hirnforschung und Gehirn-Computer-Schnittstelle in Shanghai und bestätigte die große Relevanz solcher Kooperationen. Sowohl China als auch Deutschland stünden vor der Herausforderung einer alternden Gesellschaft. Die Prävention und Therapie von Parkinson und weiteren neurodegenerativen Erkrankungen sei daher ein gemeinsames Forschungsanliegen beider Länder. Im Gespräch tauschte sich der Konsul ausführlich mit den chinesischen Fachexperten über zukunftsweisende Themen wie Gehirn-Computer-Schnittstellen und intelligente Wahrnehmungssysteme aus.

Beide Seiten vereinbarten, ihre künftige Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Sie wollen auf den langjährigen deutsch-chinesischen Kooperationsressourcen der Tongji-Universität, der klinischen Translationsplattform des Tianyou-Krankenhauses und der industriellen Expertise von Lansheng Brain Science aufbauen. Geplante Kooperationsfelder sind die neurowissenschaftliche Forschung, die klinische Anwendung von KI in der Medizin, die Prävention und Therapie neurologischer Erkrankungen sowie die gemeinsame Ausbildung hochqualifizierter medizinischer Nachwuchskräfte. Ziel ist es, den deutsch-chinesischen Austausch im Gesundheitswesen auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben.