Am 28. April wurde im Rahmen der „Tongzhou-Schule·Schiff-Land- Verbindung“ eine populärwissenschaftliche Live-Streaming-Veranstaltung auf dem Forschungsschiff „Tongji“ während seiner wissenschaftlichen Expedition TJ 2603 im Südchinesischen Meer veranstaltet. Unter dem Thema „Auf der Spur des Kohlenstoffs im Südchinesischen Meer – ein Schlüssel zum Verständnis paläoklimatischer Veränderungen“ wurde per Satellitenverbindung die Tiefseeforschung vor Ort mit dem Klassenzimmer der der Tongji-Universität unterstellten Xinjiangwancheng Experimentelle Schule live verbunden. So erhielten Schülerinnen und Schüler eine Meereskunde-Stunde, die räumliche Distanzen überbrückte.

Das Forschungsschiff „Tongji“ auf der Fahrt durch das Südchinesische Meer(Foto)
Das Livestreaming wurde von Zhang Jiansong, dem leitenden Journalisten der Shanghai-Niederlassung der Xinhua-Presseagentur , moderiert, der an Bord an der Expedition teilnahm. Professor Huang Enqing auf dem Schiff vom Kolleg für Meeres- und Geowissenschaften der Tongji-Universität sowie Professor Xiao Wenshen auf dem Land erläuterten gemeinsam die wissenschaftlichen Zielsetzungen und Aufgaben der Expedition TJ 2603. Die Schülerinnen und Schüler begaben sich dem Livestreaming folgend virtuell von der Kommandobrücke aus auf das neue intelligente Forschungsschiff. Vom hochentwickelten dynamischen Ortungssystem bis zum Arbeitsbereich auf dem Achterdeck wurden verschiedenste Navigationsinstrumente und Messgeräte vorgestellt, wodurch die Schülerinnen und Schüler einen anschaulichen Eindruck von den realen Arbeitsbedingungen und der wissenschaftlichen Strenge mariner Forschung gewannen.



Ausgehend von der zentralen Fragestellung der Expedition – dem marinen Kohlenstoffkreislauf – erläuterten die Wissenschaftler verschiedene Aspekte dieses Themenkomplexes. Im allgemeinen Labor stellte der Dozent Jin Xiaobo der Tongji-Universität anhand von Coccolithen dar, wie die Ozeane atmosphärisches Kohlendioxid aufnehmen und welche Schlüsselrolle die Coccolithen im ozeanischen „Kohlenstoffpumpen“-Mechanismus spielen. Der Dozent Jiang Wei von der Chinesischen Universität für Wissenschaft und Technologie erklärte insbesondere die Datierungsmethoden mit radioaktiven Isotopen wie Calcium-41 und veranschaulichte, wie Forschende die Zeitinformationen in Meeresablagerungen „lesen“ können. Der Expeditionsleiter Xu Yizheng präsentierte auf dem Achterdeck zentrale Einrichtungen wie das CTD-Wasserschöpfsystem und Mehrkernprobenehmer und berichtete zugleich von den Herausforderungen und Spaß der Arbeit auf See, wodurch die Schülerinnen und Schüler ein umfassenderes Bild der Meeresforschung erhielten. Professor Tian Jun, leitender Wissenschaftler der Expedition von der Tongji-Universität, hob die wissenschaftliche Bedeutung der Expedition hervor, die sich auf die sogenannte „Low-Latitude-Forcing-Hypothese“ konzentriert. Durch Beobachtungen und Probenahmen zentraler Prozesse im marinen Kohlenstoffkreislauf soll die Rolle niedriger Breiten für den globalen Klimawandel untersucht werden. Dabei betonte Tan, dass das Südchinesische Meer ein ideales Untersuchungsgebiet für Kohlenstoffkreisläufe und ozeanische Zirkulationsprozesse darstellt. Im abschließenden Teil des Livestreamings beantworteten Professor Tian Jun und Kapitän Shi Bin gemeinsam Fragen der Schülerinnen und Schüler zu Themen wie Klimawandel, technischen Herausforderungen der Tiefseeprobennahme sowie dem Leben an Bord. Darüber hinaus bereiteten die Wissenschaftler eine besondere Überraschung vor: Proben von Tiefseewasser aus einer Tiefe von 3712 Metern im Südchinesischen Meer für aktive Teilnahme des Unterrichts.


