Kürzlich fand die „Deutsche Woche: Chinesisch-deutscher Dialog in Wissenschaft und Kultur“ an der Tongji-Universität statt. Fast 30 Vorträge, Diskussionen, Kulturaustausch- und interaktive Veranstaltungen boten ein vielfältiges Programm. Die über einen Monat andauernde Veranstaltungsreihe zog Vertreter von Ministerien beider Länder, Spitzenwissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft an. Durch strategische Konferenzen, eine Vortragsreihe, Workshops und Kultur-Ausstellungen vertiefte sie den Dialog und die Zusammenarbeit in den Bereichen Hochschulbildung, Forschungsinnovation und Kulturaustausch.

Am 16. Oktober wurde die „Deutsche Woche“ eröffnet. Zu den Gastgebern und Teilnehmenden gehörten Vizepräsident Li Xiangning der Tongji-Universität, Konsul und Leiter der Abteilung für Wissenschaft und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, Herr Uwe Koch, sowie die Leiterin der Außenstellenprogramme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Susanne Otte. Sie eröffneten gemeinsam die Veranstaltungswoche und luden die Hochschulangehörigen der Tongji sowie Vertreter gesellschaftlicher Austauschorganisationen zu einem Fest des akademischen und kulturellen Dialogs zwischen China und Deutschland bzw. China und Europa in Lehre, Forschung und Anwendung ein. Eine Reihe von Strategiegesprächen und akademischen Foren konzentrierte sich auf die Integration von Technologie und Geisteswissenschaften, erörterte die chinesisch-deutsche Hochschulzusammenarbeit im Kontext der künstlichen Intelligenz und betonte die komplementären Stärken beider Länder bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen. Im Oktober fanden wichtige Sitzungen statt, wie die 16. Sitzung des Aufsichtsrats der Chinesisch-Deutschen Hochschule, die 27. Sitzung des Beratungsausschusses des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs und die 3. Chinesisch-Deutsche Gemeinsame Akademische Konferenz für Forschungsinnovation. Diese zeigten erfolgreiche Praktiken der Zusammenarbeit in Lehre, Forschung und Anwendung und lieferten neue Impulse für die künftige Kooperation.

Während der Woche fand ein Round-Table-Gespräch zum Studienalltag in Deutschland statt, das einen offenen und äußerst lebhaften Austausch ermöglichte. Susanne Otte und Ruth Schimanowski vom DAAD beantworteten zahlreiche Fragen der Studierenden und gaben wertvolle Ratschläge zum Leben und Studium in Deutschland. In weiteren Veranstaltungen teilten Vortragende aus verschiedenen Fachperspektiven, die kulturelle und disziplinäre Grenzen überschritten, aktuelle Erkenntnisse und innovative Praktiken. Die renommierten deutschen Humangeographen Prof. Gerhard Henkel, Prof. Klaus Kunzmann, Dr. Matthias Bernt, Prof. Matthias Flatscher, Dr. Sven Klose und Martin Gothe hielten beeindruckende Vorträge zu den Themen „Entwicklung ländlicher Räume und Methoden der Feldforschung“, „Stadtumbau in Deutschland“, „Wohnen und Stadtentwicklung in europäischen Metropolen“, „Heidegger und Wittgenstein aus Bourdieus Perspektive“, „Rechtskultur und gesellschaftliche Verantwortung“ sowie „Marktzugang und Internationalisierung von Start-ups“.


Neben den akademischen Vorträgen veranschaulichten kulturelle Aktivitäten wie Tai-Chi-Schnupperkurse, deutsch-chinesische Workshops, ein Jugendkonzert und ein interkulturelles Sprachcafé die einzigartige Anziehungskraft und Gemeinsamkeiten beider Kulturen. Diese kulturellen Veranstaltungen zogen nicht nur eine breite Öffentlichkeit an, sondern förderten auch die emotionale Verbindung zwischen chinesischen und deutschen Studierenden und Lehrenden und spiegelten deren offene Kooperationsbereitschaft und den Wunsch nach echtem Austausch wider.



Ein besonderes Erlebnis war die Tour durch Shanghais Stadtgärten. Für viele war es faszinierend, in Shanghai eine vertraute und doch neuartige deutsche Gartenbaukultur zu entdecken und zu sehen, wie Alltagskultur wandert, sich anpasst und dennoch ihre Erkennbarkeit bewahrt. Im Vortrag „Studieren in Deutschland“ stellten DAAD-Vertreter Tobias Zrowotky und Xu Wenjie den Studierenden das deutsche Hochschulsystem, Zulassungsvoraussetzungen, Sprachvoraussetzungen sowie Bewerbungsverfahren vor und gaben praktische Tipps für die Jobsuche in Deutschland.
Die „Deutsche Woche: Chinesisch-deutscher Dialog in Wissenschaft und Kultur“ wurde von der Chinesisch-Deutschen Hochschule initiiert und vom Chinesisch-Deutschen Campus, einer ihrer untergeordneten Einrichtungen, organisiert. Nach nun 13 erfolgreichen Durchführungen hat sie nicht nur die akademische und kulturelle Vernetzung gestärkt, sondern auch eine solide Grundlage für die langfristige Entwicklung der bilateralen Beziehungen gelegt.