Bricht über die Konsortialversammlung in Mexiko

Datum:2018-03-23Autor:Seitenaufrufe:25

DHIK-KONSORTIALVERSAMMLUNG 2018


Tecnológico de Monterrey, Mexiko


Gemäß der Vereinbarung von 2017 fand die diesjährige Konsortialversammlung des DHIK in Mexiko statt, und soll auch in Zukunft im Turnus Deutschland (2019) – China (2020) – Deutschland (2021) – Mexiko (2022) stattfinden, um den Beteiligten die Möglichkeit zu geben, die jeweiligen Partner und Standortbedingungen kennenzulernen. Von der CDHAW nahm dieses Mal nur Christina Werum-Wang teil, da aufgrund des Frühlingsfests die chinesischen Kollegen verhindert waren.


Programm


In Verbindung mit der Konsortialversammlung wurde vom 17.-24. Februar 2018 ein umfangreiches und interessantes Rahmenprogramm angeboten, bei dem mehrere Standorte des Tec de Monterrey in Mexico City und in Monterrey, sowie zwei Firmen in der Region besucht wurden, die mit dem Tec de Monterrey kooperieren.


Sa, 17. Feb

Anreise nach Mexico City

So, 18. Feb 

Vorprogramm, Pyramiden von Teotihuacán

Mo, 19. Feb

Besuch des Tec Campus Santa Fe, Betriebsbesichtigung Bocar

Di, 20. Feb 

Besuch des Tec Campus Estado de Mexico

Transfer zum Flughafen – Flug nach Monterrey

Mi, 21. Feb

Treffen mit dem Industrial Advisory Board

Besichtigung Tec Campus Monterrey

Betriebsbesichtigung Ternium

Do, 22. Feb

Tec-DHIK Forum 2018 am Tec Campus Monterrey

Fr, 23. Feb

DHIK-Konsortialversammlung

Jahresversammlung Freunde des DHIK

Laborbesichtigung

Sa, 24. Feb

Abreise – Ankunft Deutschland am So, 25. Feb

——DHIK-Delegation vor der Aula des Tec de Monterrey am Hauptcamp

  


Die Hochschule


Das Tec de Monterrey ist eine Hochschule mit einem Schwerpunkt auf Technik und Ingenieurs-wissenschaften; die Hochschule hat landesweit ca. 30 Standorte und gilt als eine der besten Hoch-schulen Mexikos. Ihre Absolventen haben gute Jobaussichten und werden beispielsweise auch in den USA sehr geschätzt. Etwa 50% der Studierenden finanzieren ihr Studium über Stipendien.


Die Tongji-Universität unterhält bereits seit längerem eine separate Kooperation mit dem Tec de Monterrey.

——Standorte des Tec de Monterrey in Mexiko

Quelle:https://en.wikipedia.org/wiki/Monterrey_Institute_of_Technology_and_Higher_Education

Die Ausstattung der Hochschule an den verschiedenen Campi ist sehr gut und modern, überall sind Open Spaces für die Studierenden eingerichtet, an denen sie arbeiten, aber auch Pause machen und sich entspannen (und sogar schlafen) können. Teilweise wurden dafür die Biblio-theken umgebaut, was an den neueren Standorten einfacher ist als an den alten. W-Lan ist überall frei zugänglich, sodass die Studierenden einen großen Teil ihres Studiums online und im Aus-tausch mit anderen Studierenden absolvieren können.


Die Themen Digitalisierung und Innovation spielen nicht nur im Lehrplan, sondern auch in der Methodik eine große Rolle: Bis 2019 sollen alle Studiengänge dahingehend überarbeitet werden, dass sie praxisnah und interaktiv durchgeführt werden.

——Grünfläche mit Sitzgelegenheiten auf dem Campus

——Bibliothek & Open Space - Multifunktionsraum


Kooperation mit Firmen


Das Tec de Monterrey arbeitet mit zahlreichen Firmen in der Region zusammen, viele davon mit deutschem Hintergrund. Vom DHIK aus gibt es ähnlich wie an der CDHAW in Shanghai ein Industrial Advisory Board, allerdings ist hier erst eine geringe Anzahl von Firmen aktiv. Die Firmen-besuche galten Bocar und Ternium.


Bocar


Die Firma wurde 1967 in Mexico City von Friedrich Baur gegründet. Sie stellt bis heute hochwertige Präzisionsteile und komplexe Baugruppen aus Kunststoff und Aluminium für automobile Anwen-dungen her. Die Kernkompetenz liegt in der Kombination verschiedener Materialien wie Kunststoff und Metall. Für ihre Kunden, darunter Volkswagen, Audi, Daimler, BMW, Toyota, Nissan, Ford, Chrysler und General Motors, sowie große Zulieferer wie Bosch, Continental etc., versteht Bocar sich als Entwicklungspartner und Full Service Supplier.


Mit dem Tec de Monterrey besteht eine enge Zusammenarbeit, außerdem bietet die Firma eine Lehrlingsausbildung nach deutschem Modell inkl. Lehrwerkstätten. Ein häufiges Problem ist (wie in China!), das ausgebildete Personal zu halten, da dieses auch bei anderen Firmen – aufgrund der hervorragenden Ausbildung – sehr gute Jobchancen hat.


Ternium


Ternium ist ein Unternehmen der Stahlbranche (insbesonder Flach- und Langstahl), ist aber auch im Öl- und Gasgeschäft, Bau und Anlagenbau tätig. Ternium gehört Techint, einem von Agostino Rocca, Einwanderer aus Italien, ursprünglich in Argentinien gegründeten Unternehmen. Die Kun-den gehören zu unterschiedlichen industriezweigen wie Bau, Automotive, Haushaltsgeräte, Ener-gie, Transport. In den USA und Südamerika betreibt Ternium 17 Produktionsstätten; besichtigt wurde die Produktion bei Mexico City.


Sehr beeindruckend war die Besichtigung der Escuela Tecnica Roberto Rocca, einer Technischen Oberschule, deren Träger Ternium und weitere Firmen der Region sind. Die Schule bietet zweijäh-rige technische Lehrgänge an, die ihren Absolventen gute Berufsmöglichkeiten sowie den Zugang zu weiterer Bildung ermöglichen. Die Ausstattung der Labore ist hervorragend, die Räumlichkeiten sind sehr ansprechend und gepflegt.


Die Firmen verstehen ihr Engagenment als Social Development Programme, da in Mexiko nur 20% der Jugendlichen Zugang zu höherer Schulbildung haben. Speziell in der Region ist die Armutsquote recht hoch, sodass fast alle Schüler mit Stipendium an der Schule sind.

Die Konsortialversammlung


Die Konsortialversammlung stand unter dem Motto “Industry 4.0 – The role of Universities, Industry and Governments, status and vision”.


Die Referenten beleuchteten am Vormittag zunächst das Thema aus akademischer und indu-strieller Sicht sowie aus der Perspektive der Regierungen. Unser Kollege Prof. Schumann sprach als Vertreter der akademischen Welt über die Bedeutung der Digitalisierung für eine zeitgemäße Ingenieursausbildung. Heinrich Munz (Kuka) erläuterte die Relevanz gesellschaftlicher Makro-trends und aktueller Industrietrends im Zuge der Digitalsierung für Geschäftsmodelle in der Indu-strie am Beispiel von Kuka.


Am Nachmittag standen Workshops zu den Themen „Technology 4.0 leaders“, „Manufacturing 4.0 Lighthouses“ und „Education 4.0“ auf der Agenda, bevor im Abschlusspanel die Ergebnisse des Tages zusammengefasst und reflektiert wurden.


In der abschließenden Jahresversammlung der Freunde des DHIK berichtete Prof. Dudziak über die vielfältigen Aktivitäten, die der Verein im Lauf des Jahres unterstützt hat. Er legte auch den Finanzbericht vor, demgemäß der Vorstand entlastet wurde.


Schlussbemerkung


Insgesamt vermittelte die Delegationsreise einen sehr guten Einblick in die Dynamik und Aufbruch-stimmung des Landes, sowie in den Ehrgeiz und die Ambitionen des Tec de Monterrey. Für die Hochschulkooperationen Deutschlands und Chinas untereinander und mit Drittländern wie Mexiko gibt es noch ein großes Potential, gleichzeitig handelt es sich um keine Einbahnstraße, sondern alle Beteiligten können und sollten bestrebt sein, voneinander zu lernen.